Posted by Doc Stefan (145.253.20.234) on March 23, 2001 at 07:38:57:
In Reply to: Re: Sehnenentzündung posted by Christian on March 22, 2001 at 18:57:47:
Hallo Christian,
Es handelt sich bei dir um ein Überlastungssyndrom, das auf einem Mißverhältnis zwischen Belastbarkeit und Belastung führt. Wahrscheinlich hast du zu schnell beim Klettern deine Belastung gesteigert. . Gerade Sehnen, Sehnenscheiden und Gelenke passen sich viel langsamer an als das Muskelgewebe selber. Nach etwas längerer einseitiger "Höchstebelastung" kommt es dann zur Sehnenscheidenentzündung, die dann sogar in einen chronischen Zustand übergehen kann. Durch fachkundige Therapie kann man sie jedoch ausheilen, zumindest solange bis man noch keine irreversiblen Veränderungen der Strukturen hat.
In deinem Fall hast du ja schon einiges gemacht udn anscheinend hat es ja auch zum Erfolg geführt.
Ein Fehler war wohl sicher das Klimmzugtraining, da dies eine enorm hohe Belastung für den Körper darstellt. Es ist sinnvoller, wenn es beim nächsten Mal im Ausheilen begriffen ist, einfach nur leicht zu klettern, und im Klettern dann olangsam die Belastung zu steigern - keine Klimmzüge und kein Krafttraining - das ist Gift. Auch ohne Klimmzugtraining kann man sehr gut werden.
An deiner Stelle mußt du nun wieder konsequent ruhigstellen. Dies mittels einer Schiene (mindestens eine Woche total); danach 2 Wochen Schonung.
Begleitende entzündungshemmende Medikamente wären hier erneut von Vorteil.
In chronischen Fällen kann man auch schmerzstillende und entzündungshemmende Mittel direkt in die Sehnenscheide injezieren. Frage mal deinen Arzt danach.
Die Nachbehandlung erfolgt mittels Tapeverbände und elastischer Binde.
Anbei noch ein Bericht zum Thema Injektion von Kortison:
Kortison ins Gelenk spritzen
MT-Bericht
MÜNCHEN
Kortikoide sind für sich genommen keine direkt schmerzstillenden Medikamente. Ihre analgetische Wirkung beruht zum einen auf dem indirekten, hemmenden Effekt auf die lokalen Entzündungsreaktionen im Gelenk. Dadurch kommt es vor allem zum Rückgang des entzündlichen Substrates im Synovialgewebe und zu einem Anstieg der Viskosität und des Gehalts an zyklischem AMP (cAMP) im Gelenkerguß.
Zum anderen haben die lokalen Kortikoide einen direkten Effekt auf die Zellen in der Synovialmembran – es kommt zur Vasokonstriktion (sog. "blanching effect") und zum "Abdichten" von entzündeten Gefäßen. Der Flüssigkeitseintritt in das Gelenk und das umgebende periartikuläre Gewebe wird gebremst und die Einwanderung von zellulären Bestandteilen der Entzündungsreaktion wie neutrophilen Leukozyten und Mastzellen gehemmt. Dadurch wird weniger Erguß produziert, und das gelenknahe Ödem nimmt ab. Die sensiblen Nervenfasern werden damit weniger gereizt, und der Schmerz läßt nach. Direkte Wirkungen sind innerhalb von zehn Minuten experimentell nachweisbar und lassen sich klinisch bereits nach einigen Stunden beobachten.
In drei Tagen maximale Wirkung Innerhalb von drei Tagen ist die maximale Wirkung – Besserung der Gelenkfunktion und maximaler Ergußrückgang – zu erkennen. Die Wirkdauer einer Injektion ist unterschiedlich und liegt je nach Größe und Grundkrankheit im Mittel zwischen zwei und drei Wochen. Die Infiltrationstherapie mit Kortikoiden beinhaltet die periartikuläre Injektionsbehandlung bei entzündlichen Veränderungen im Bereich der Weichteile.
Folgende extraartikuläre Strukturen werden behandelt: Schleimbeutel, Sehnenscheiden (Tenosynovitis bzw. Tendovaginitis), Sehnenansatzbereiche (Insertionstendinopathien bzw. Enthesiopathien), extraartikuläre Zystenbildungen (z.B. Baker-Zysten) und der epidurale Bereich bei stark schmerzhaften Lumbalgien und Lumboischialgien, die auf die übliche konservative Therapie nicht reagieren. Moderne kristalline Kortikoidsuspensionen mit kleinem Kristalldurchmesser (< 2 µm) mit entsprechend lang dauernder intraartikulärer Wirkung und geringer systemischer Resorption sind zu bevorzugen. Wasserlösliche Kortikoidpräparate sind dagegen wegen der hohen systemischen Resorption und damit zu kurzer Wirkzeit möglichst zu vermeiden.
Spritzfertige Kombinationspräparate (z.B. Kortikoidkristalle und Lokalanästhetikum) sind besonders bei kleinen Gelenken (z.B. Finger- und Zehengelenke, Hand- und Sprunggelenke) wegen der fast schmerzfreien Injektion, die durch das sofort wirkende Lokalanästhetikum gewährleistet wird, zu bevorzugen. Außerdem läßt sich so ein Spritzenwechsel durch die ansonsten notwendige vorhergehende lokale Anästhesie vermeiden und damit eine größere Infektionsgefahr verhindern. Die vorangehende Injektion des Lokalanästhetikums bewirkt zudem eine periartikuläre Weichteilschwellung, was vor allem bei kleinen Gelenken für eine erhöhte Treffunsicherheit sorgt.
Alles Gute
Doc Stefan