Posted by DocDoc (145.253.102.109) on October 03, 2000 at 17:16:27:
In Reply to: Tennisellenbogen posted by Matze on October 01, 2000 at 01:39:27:
Ein typische Vertreter der lokalisierten Form des Weichteil-Rheumatismus ist der sog. „Tennisarm“ bzw. „Tennis-Ellenbogen“ – die Folge von übermäßiger Beanspruchung der am Ellenbogen ansetzenden Sehnen.
Ursachen
Am Ellenbogen außen setzen die kräftigen Streckmuskeln der Hand an einer relativ kleinen Ansatzstelle am Knochen an. Dadurch kann es bei Beanspruchung der Muskulatur zu einer hohen potentiellen Zugspannung und Reizung am Muskelursprung kommen.
Zusätzlich kann es durch die Verspannung der Streckmuskulatur zu einem Druck auf den Speichennerv (Radialisnerv) kommen, der durch die Muskulatur hindurchzieht. Bei chronischem Reizzustand werden die feinen Nervenfasern am Knochen zusätzlich gereizt.
Die Sehnenscheiden können sich im Rahmen der Überbeanspruchung entzünden und anschwellen. Teilweise kann es sogar zu Einrissen kommen.
Patienten mit einem Tennisellenbogen leiden meist unter Schmerzen am Muskelursprung außen am Ellenbogen, vor allem beim Anspannen der Streckmuskeln der Hand. Beim Druck auf den Nerv entstehen Taubheitsgefühle und Kribbeln am Handrücken.
Oft besteht auch ein starker Berührungsschmerz am rechten oder linken äußersten Punkt des Ellenbogens.
Je nach Stadium der Erkrankung ist das Erscheinungsbild unterschiedlich stark ausgebildet: dies kann bis zu einem starken „Ziehen“ im Arm mit relativer Kraftlosigkeit führen. Manche Patienten können dabei nicht einmal mehr eine Kaffeetasse hochheben!
Behandlung
Zunächst wird versucht, dem Patienten eine Operation zu ersparen. Eine Therapie setzt sich (in aufsteigender Folge) aus folgenden Maßnahmen zusammen:
Schonung des Arms,
Eis und kühlende Gel-Einreibungen,
örtliche Reizstrom- oder Ultraschall-Behandlung,
Verbände, Bandagen, Spangen,
Injektionen (u.a. Kortison),
Oberarm-Gipsverband,
Extrakorporale Stoßwellen-Therapie.
Nur bei hartnäckigen Schmerzen erfolgt eine Operation. Ziel dabei ist eine Entlastung der Muskelspannung. Hierzu wird eine bogenförmige Einkerbung am Muskelursprung durchgeführt, zusätzlich werden die gereizten Nervenfasern am Knochen durchtrennt. Ist der Nerv eingeklemmt, wird dieser befreit.
Nach der Operation wird der Oberarm für 1 bis 2 Wochen in Gips gelegt. Schmerzfreiheit ist bei ungestörtem Heilungsverlauf nach 4 bis 6 Wochen zu erwarten. Die Operation ist sowohl stationär als auch ambulant möglich.
Aus"Qualimedic"